Der in Berlin ansässige Komponist Roman Rofalski begegnet der Musik von Maurice Ravel gleichzeitig mit radikaler Dekonstruktion und Erweiterung des Ausgangstextes. Er ergreift die Gelegenheit, das Werk des Komponisten aus einem unerwarteten Blickwinkel zu betrachten.
Ravels Kompositionen boten so etwas wie eine Brücke zwischen der klassischen Musik des 19. Jahrhunderts und modernen Genres wie Jazz und improvisierter Musik. Rofalskis Musik erkundet diese Kontinuität, indem er Klavier, Synthesizer und digitale Verarbeitungsverfahren einsetzt, um vier Ravelsche Stücke durch zeitgenössische Ansätze zu transformieren. Vertraute Melodien sind in schimmernde digitale Texturen gehüllt, entrollen sich zu intensiven Improvisationen oder entfalten sich, um verborgene Wege offenzulegen. Schließlich angekommen bei den komplexen, kaskadierenden Klavierpassagen der "Ondine" entspinnen sich wellenförmig die Harmonien, bevor eine Reihe zuckender Snare-Raps das Gewebe des Songs durchlöchern.