Glitch Choir Stimmvariationen.
Ein „Glitch“ bezeichnet eine Störung bei der Übertragung digitaler Informationen, wie etwa ein verzerrtes Bild oder ein ruckelndes Video. Er verursacht einen Bruch in der Wahrnehmung der Realität. Kann Trauer in diesem Sinne ebenfalls als Glitch verstanden werden?
Die Performance “Glitch Choir“ überträgt den Moment der digitalen Störung durch Stimme und Körper in den analogen Raum, um daraus eine Klage neu zu komponieren. Historisch gesehen wurden öffentliche Trauerrituale lange Zeit von sogenannten „Klageweibern“ durchgeführt. Diese Frauen wurden beauftragt, der Trauer anderer um den Verstorbenen emotionalen Ausdruck zu verleihen. Gleichzeitig wurde der Akt der Klage zu einem Mittel, durch das ihre Stimmen Gehör fanden, die sonst in der Öffentlichkeit kaum präsent waren.
Die Performance knüpft an diese Tradition der öffentlichen Klage an. Von Mund zu Mund entfaltet die Performance einen intimen Raum der Mehrfachresonanz. Kann Trauer innerhalb dieser temporären Gemeinschaft zu einem kollektiven Glitch werden? Welche Art von Chor entsteht aus der Dissonanz der Frequenzen?
Konzept & Choreografie · Deva Schubert
Performance in Zusammenarbeit mit · Chihiro Araki
Dramaturgie · Lotta Beckers
Styling · Magdalena Emmerig
Originalkostüm · Ama Tomberli