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film · ostkreuz I + II

Ein filmisches Portrait über den Berliner Bahnhof Ostkreuz.

Geliebt und gehasst zugleich war Ostkreuz bis 1882–2005 ein großes Dauerprovisorium, auch "Rostkreuz“ genannt. Der Bahnhof war ein gewachsener Ort mit Patina, der gerade dadurch Seele und Charme entwickelte. Ein Raum, der noch nicht vollständig von Effizienz, Regulation und Überwachung bestimmt war.

Der Film spürt der besonderen Atmosphäre nach und deutet den Verlust von Eigenart, sozialen Beziehungen und gewachsenen Strukturen an. Eine Gratwanderung zwischen notwendiger Modernisierung und der Bewahrung eines einzigartigen Stücks Berliner Zeitgeschichte. Der Sound des Films besteht ausschließlich aus gesampelten Originaltönen des alten Bahnhofs: dem metallischen Hall der gusseisernen Säulen, dem Knarzen der Holzbohlen, dem Klacken der Uhr und der Fahrtanzeiger sowie dem Klang der menschlichen Stimme aus dem knisternden Lautsprecher. Ein lebendiger, rhythmischen Klangteppich, der den Geist des Bahnhofs atmen lässt.