Neam und Alaa trafen sich im Sommer 2025 und verhandelten unwillkürlich in Fragen des Formats: Band oder Ensemble, Stück oder Track, sitzendes oder stehendes Publikum. Aus diesen spielerischen Herausforderungen entstand ein Schnittpunkt zwischen zwei sehr unterschiedlichen musikalischen Welten. Der Klang des Projekts erwächst aus Neams klassischem Erbe und ihrer persönlichen Identität, verflochten mit Alaas rein elektronischem Equipment und seinem experimentellen Ansatz. Beide Künstler teilen eine tiefe Inspiration durch die musikalischen Landschaften Nordafrikas und Südasiens – Rhythmen, Tonarten und Lieder, die in ihrem Werk widerhallen, nicht als Fusion, sondern als lebendiger Kanon.
Neam Tarek ist eine in Kairo geborene Harfenistin und Performance-Künstlerin. Sie studierte Harfe an der Kunstuniversität Graz, Hanns Eisler Berlin sowie der HMT Leipzig. In ihrer künstlerischen Arbeit verbindet sie klassische Harfe, Elektronik und politische Narration. Und entwickelt sie interdisziplinäre Formate, die Fragen von Identität, Zugehörigkeit und gesellschaftlicher Realität verhandeln und zugleich die Grenzen musikalischer Aufführungsformate erweitern. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit ist sie Gründerin und Künstlerische Leiterin von Forte e.V., einen Verein für alternative Oper, Musik- und Darstellendekünste in Leipzig. Ab September 2026 wird sie den Masterstudiengang Contemporary Music Performance & World Jazz am Berklee College of Music aufnehmen.
Aladin, dessen Wurzeln in Palästina und der SWANA-Region liegen, ist ein DJ und Sound-Sammler, dessen Kunst auf einem umfangreichen Archiv aus Kassetten, CDs und Schallplatten basiert. Seine musikalische Reise begann in Palästina – geprägt von traditionellen Rhythmen, kollektivem Widerstand und der verbindenden Kraft des Klangs, der Grenzen überschreitet. Geprägt von der elektronischen Musikszene von Haifa und Ramallah und führte ihn sein Weg 2010 nach Deutschland. Er war Mitbegründer von Balout Krew قيرف طولبلا und trat auf großen Festivals wie Fusion und Nation of Gondwana sowie auf internationalen Bühnen wie dem Cairo Jazz Club auf, wo er gemeinsam mit Künstlern wie Acid Arab auf der Bühne stand. In den letzten Jahren hat seine Leidenschaft für Synthesizer und analoge Klänge ein neues Kapitel aufgeschlagen – er erschafft originelle Klangwelten und veröffentlicht auf Labels wie Multiculti, Arabs Do It Better und bald auch YukU (Prag).